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Abschlussarbeiten — Von der Rohbilanz zur Schlussbilanz

Der komplette Prozess von der Rohbilanz über die Gewinn- und Verlustrechnung bis zur finalen Schlussbilanz. Lerne alle wichtigen Schritte, um deinen Jahresabschluss korrekt zu erstellen.

10 Min Lesedauer Fortgeschrittene Februar 2026
Finanzberichte und Bilanz-Dokumente auf einem Schreibtisch mit Kaffeetasse und Notizblock

Was sind Abschlussarbeiten?

Die Abschlussarbeiten sind der kritische letzte Schritt in deinem Buchführungsprozess. Hier werden alle Konten überprüft, bereinigt und dann in die finale Schlussbilanz übertragen. Es’s nicht einfach nur eine Formalität — diese Phase entdeckt Fehler, berichtigt Konten und sorgt dafür, dass deine Jahresabrechnung korrekt ist.

Der Weg ist strukturiert: Du startest mit der Rohbilanz (auch Vorsaldobilanz genannt), machst dann alle notwendigen Abschlussbuchen und erstellst die Gewinn- und Verlustrechnung. Am Ende hast du eine vollständige und korrekte Schlussbilanz, die alle Vermögenswerte, Schulden und das Eigenkapital zeigt.

Person sitzt konzentriert am Schreibtisch mit Bilanzdokumenten, Taschenrechner und Kaffeetasse vor hellem Hintergrund

Die fünf Schritte zum Jahresabschluss

Der Prozess läuft in einer festen Reihenfolge ab. Wenn du diese Schritte befolgst, stellst du sicher, dass nichts übersehen wird.

01

Rohbilanz erstellen

Ziehe alle Kontosalden aus dem Grundbuch. Die Rohbilanz zeigt dir Aktiva auf der linken Seite und Passiva auf der rechten Seite. Die Summen müssen sich ausgleichen — wenn nicht, hast du noch einen Fehler im Grundbuch.

02

Abschlussbuchen durchführen

Das’s der wichtigste Teil. Du erstellst Abschlussbuchen für Abschreibungen, Rückstellungen, Wertberichtigungen und andere Anpassungen. Diese Buchungen berichtigen deine Konten auf den aktuellen Stand.

03

Geschäftskonto abschließen

Übertrage alle Ergebniskonten (Aufwendungen und Erträge) auf das Gewinn- und Verlustkonto. Dadurch erfährst du, ob du einen Gewinn oder Verlust gemacht hast.

04

GuV-Rechnung erstellen

Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt deine Ertrag- und Aufwendungskonten in strukturierter Form. Du sieht auf einen Blick, wo deine Einnahmen herkamen und wohin deine Kosten gingen.

05

Schlussbilanz aufstellen

Mit dem Gewinn oder Verlust aus Schritt 4 aktualisierst du das Eigenkapital und erstellst die finale Schlussbilanz. Diese zeigt den Vermögensstand deines Unternehmens am Jahresende.

Abschlussbuchen — Die Kernarbeit

Abschlussbuchen sind keine normalen Geschäftsvorfälle. Sie berichtigen deine Konten auf den aktuellen Stand und berücksichtigen Vorgänge, die noch nicht gebucht wurden.

Typische Abschlussbuchen sind:

  • Abschreibungen: Wenn deine Maschine 10.000 Euro kostet und 10 Jahre hält, schreibst du jedes Jahr 1.000 Euro ab.
  • Rückstellungen: Du weißt, dass du im nächsten Jahr 5.000 Euro für Reparaturen ausgeben wirst? Dann reservierst du das Geld jetzt schon.
  • Wertberichtigungen: Wenn eine Forderung unsicher ist, wertberichtigst du sie nach unten.
  • Rechnungsabgrenzung: Du zahlst eine Versicherung für 12 Monate, aber nur 8 davon fallen ins aktuelle Geschäftsjahr.
Nahaufnahme eines Bilanzdokuments mit handschriftlichen Notizen und Berechnungen, Stift liegt auf dem Papier

Wichtig: Die Rohbilanz muss ausgeglichen sein

Bevor du mit Abschlussbuchen anfängst, musst du deine Rohbilanz überprüfen. Beide Seiten müssen exakt übereinstimmen. Wenn nicht, hast du einen Fehler im Grundbuch gemacht. Nimm dir Zeit, ihn zu finden — es lohnt sich. Viele Buchhalter prüfen zuerst die letzten 20-30 Buchungen, weil dort die meisten Fehler stecken.

Computer-Monitor zeigt eine Bilanz-Software mit Konten und Salden in Tabellenform

Von der Rohbilanz zur Schlussbilanz

Der Übergang ist logisch und nachvollziehbar. Die Rohbilanz ist dein Ausgangspunkt. Du machst Abschlussbuchen, erstellst eine Gewinn- und Verlustrechnung und erhältst dann die Schlussbilanz.

Viele Anfänger sind überrascht, wie viel Arbeit diese Phase ist. Das’s normal. Die Schlussbilanz muss genauso präzise sein wie dein Grundbuch — sie’s ja die Grundlage für Steuererklärungen, Bankdarlehen und andere wichtige Dokumente. Darum lohnt es sich, hier genau zu arbeiten.

Pro-Tipp: Arbeite systematisch. Schreib dir auf, welche Abschlussbuchen du planst, bevor du sie eingibst. Dadurch vermeidest du Doppelungen und stellst sicher, dass nichts vergessen wird.

Fazit: Gründlichkeit zahlt sich aus

Abschlussarbeiten sind der Höhepunkt deiner buchhalterischen Arbeit. Sie erfordern Aufmerksamkeit und Genauigkeit, aber wenn du die Schritte befolgst, ist es machbar. Die Rohbilanz ist dein Start, die Abschlussbuchen sind deine Werkzeuge und die Schlussbilanz ist dein Endergebnis.

Nimm dir Zeit für diese Phase. Sie’s nicht dazu da, schnell durchzuhasten. Je sorgfältiger du hier bist, desto sicherer kannst du sein, dass dein Jahresabschluss korrekt ist. Und das’s das Wichtigste.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieser Seite sind zu Informationszwecken gedacht und stellen keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Anforderungen an Abschlussarbeiten unterscheiden sich je nach Unternehmensgröße, Branche und Land. Wir empfehlen dir, bei komplexen Fragen einen qualifizierten Buchhalter oder Steuerberater zu konsultieren. Jede Geschäftssituation ist einzigartig und verdient eine professionelle Bewertung.