Kontoführung Digital Logo Kontoführung Digital Kontakt

Das T-Konto verstehen und anwenden

Das T-Konto ist ein einfaches aber mächtiges Werkzeug. Hier erfährst du, wie es aufgebaut ist und wie du es für die Buchführung nutzt.

6 Min Lesedauer Anfänger Februar 2026
Spreadsheet mit Konten und Salden auf einem Computer-Monitor in einem Büro

Was ist ein T-Konto eigentlich?

Das T-Konto ist nicht kompliziert — es’s tatsächlich eine der besten Methoden, um zu verstehen, wie Buchführung funktioniert. Wenn du dich fragst, warum es “T-Konto” heißt: Das hat einen ganz praktischen Grund. Die Form sieht aus wie ein großes “T” und genau so wird es aufgebaut.

Jedes Konto wird in zwei Hälften geteilt. Links steht die Sollseite (das Soll), rechts die Habenseite (das Haben). Diese einfache Struktur ermöglicht es dir, jeden Geschäftsfall genau nachzuvollziehen. Du brauchst keine komplizierten Programme oder Tabellen — ein Blatt Papier reicht völlig aus.

Handgezeichnetes T-Konto auf Papier mit Soll- und Habenseite in einem hellen Büro

Der Aufbau: Soll und Haben

Ein T-Konto hat immer die gleiche Struktur — das macht’s so praktisch. Oben kommt der Kontoname, darunter eine Linie, dann zwei Spalten. Die linke Seite ist das Soll, die rechte ist das Haben. Für Aktivkonten (wie Kasse oder Bank) gilt: Erhöhungen kommen auf die Sollseite, Verminderungen auf die Habenseite.

Bei Passivkonten (wie Schulden oder Eigenkapital) ist’s umgekehrt: Erhöhungen auf der Habenseite, Verminderungen auf der Sollseite. Das klingt anfangs verwirrend, wird aber nach ein paar Übungen zur Routine. Die meisten Anfänger verstehen das T-Konto schneller als komplexe Buchführungssysteme.

Wichtig: Das T-Konto zeigt dir immer zwei Seiten einer Transaktion. Jede Buchung erfolgt doppelt — einmal im Soll eines Kontos, einmal im Haben eines anderen. Das’s das Prinzip der doppelten Buchführung.

Großes T-Konto Diagramm mit beschrifteter Soll- und Habenseite auf Tafel oder Flipchart

So wendest du das T-Konto an

Fünf praktische Schritte zum Eintragen von Transaktionen

01

Kontoname eintragen

Schreib den Namen des Kontos oben auf. Zum Beispiel “Kasse” oder “Bank”. Das hilft dir später, nicht durcheinanderzukommen.

02

Die T-Form zeichnen

Zeichne eine horizontale Linie unter dem Kontonamen und dann eine vertikale Linie in der Mitte. Das’s deine T-Form — links Soll, rechts Haben.

03

Anfangssaldo eintragen

Wenn’s Geld auf dem Konto gibt, trägst du den Anfangssaldo ein. Bei Aktivkonten auf der Sollseite, bei Passivkonten auf der Habenseite.

04

Transaktionen buchen

Jede Geschäftstransaktion kommt auf die richtige Seite. Einnahmen und Zuflüsse gehören auf die eine Seite, Ausgaben und Abflüsse auf die andere.

05

Endsaldo berechnen

Am Ende zählst du beide Seiten zusammen und ziehst sie voneinander ab. Das Ergebnis ist dein Endsaldo — der aktuelle Stand des Kontos.

Praktisches Beispiel: Die Kassenbuchung

Sagen wir, du hast eine Kasse mit 1.000 Euro Anfangssaldo. Am nächsten Tag kommen 500 Euro rein (Verkauf), am Tag danach gibst du 200 Euro aus (Miete). Wie sieht das im T-Konto aus?

Dein Kassenkonto wird oben “Kasse” benannt. Links (Soll) trägst du ein: 1.000 Euro Anfangsbestand und 500 Euro Verkauf — das sind insgesamt 1.500 Euro. Rechts (Haben) kommt die Miete rein: 200 Euro. Wenn du jetzt abziehst (1.500 – 200), hast du einen Endsaldo von 1.300 Euro. Das’s der aktuelle Kassenbestand.

Das Praktische: Du siehst auf einen Blick, woher das Geld kam und wo’s hingegangen ist. Keine versteckten Zahlen, keine Verwirrung — einfach nur die zwei Seiten einer Münze.

Fertig ausgefülltes T-Konto mit Kassenkonto, Soll und Haben Spalten mit Zahlen

Warum Buchhalter das T-Konto lieben

Drei Gründe, warum diese einfache Methode so wertvoll ist

Sofort verständlich

Du brauchst keine Vorkenntnisse. Die T-Form ist so intuitiv, dass selbst Anfänger nach 10 Minuten verstehen, wie’s funktioniert. Keine komplizierten Formeln oder versteckte Logik.

Fehler werden sichtbar

Wenn deine Buchung nicht passt, siehst du’s sofort. Die zwei Seiten müssen sich ausgleichen — das’s eine eingebaute Kontrolle. Falsche Einträge fallen schnell auf.

Basis für alles Weitere

Wenn du T-Konten verstehst, verstehst du die Grundlage der gesamten Buchhaltung. Das hilft dir später, wenn’s um Bilanzierung, Gewinn und Verlust oder komplexere Systeme geht.

Tipps für deine ersten T-Konten

Beginne mit einer Transaktion

Übe nicht mit 10 Buchungen gleichzeitig. Nimm dir eine einfache Transaktion vor — zum Beispiel “100 Euro Barverkauf”. Buche das auf zwei T-Konten (Kasse und Umsatz) und schau, wie’s funktioniert.

Nutze Papier und Stift

Ja, wirklich. Das Aufschreiben hilft deinem Gehirn, die Struktur zu verstehen. Nach 10-15 Konten kannst du zu Excel oder einem Buchhaltungsprogramm wechseln.

Merke dir: Jede Buchung ist doppelt

Das’s das Wichtigste überhaupt. Wenn Geld rausgeht, muss es irgendwo hineingehen. Wenn eine Seite erhöht wird, muss eine andere erhöht oder vermindert werden. Balance ist das Prinzip.

Überprüfe deine Summen

Nach jeder Buchung sollten Soll und Haben zusammenpassen. Das ist deine Kontrolle. Wenn’s nicht passt, hast du einen Fehler gemacht — und jetzt kannst du ihn korrigieren.

Bereit zum Lernen?

Das T-Konto ist dein Einstiegspunkt in die Welt der Buchhaltung. Mit diesem Wissen kannst du jede Buchung nachvollziehen und verstehen, wie Konten funktionieren. Die nächsten Schritte: Übe mit verschiedenen Kontenarten und lerne dann, wie man einen kompletten Jahresabschluss erstellt.

Mehr über Buchungsätze erfahren

Hinweis zur Nutzung

Dieses Lernmaterial dient der allgemeinen Wissensvermittlung und Orientierung in der Buchhaltung. Die Anwendung kann je nach Land, Branche und Betriebsgröße unterschiedlich sein. Für konkrete Fragen zu deinen Buchungen oder zur korrekten Bilanzierung empfehlen wir, einen Buchhalter oder Steuerberater zu konsultieren. Die Regeln der doppelten Buchführung sind standardisiert, aber deren praktische Umsetzung erfordert oft Fachberatung.